Framing

Framing

Wie Sprache Wirklichkeiten schafft

Als Framing bezeichnet man den Vorgang, der sogenannte Denkramen schafft. Also durch die Verwendung von bestimmten Wörtern werden beim Empfänger bestimmt, zugehörige „Bilder“ im Kopf erzeugt, innerhalb dessen sich dann die empfangenen Informationen einordnen.

Walter van Rossum: Die Tagesshow – Wie man die Welt in 15 Minuten unerklärlich macht, S. 121:

Stellen wir uns die fiktive Meldung einer fiktiven Tagesshow zu einem realen Ereignis vor. So könnte es z.B. im Mai 1943 folgende Meldung gegeben haben:
„Gestern wurden 7000 Aufständische des jüdischen Viertels in Warschau unter scharfen Sicherheitsverkehrungen von der Gestapo in das Gefangenenlager Auschwitz transportiert.“ […]

Die wahre Botschaft dieser Nachricht ist die Sprachregelung. Man weiß nicht, was „wirklich“ geschehen ist, aber man weiß, wie man das zu sehen hat, was auch immer da geschehen sein mag. […]

Hätte er geschrieben, Juden hätten gegen ihren organisierten Hungertod in einem grausamen Ghetto in einem überfallenen und besetzten Land rebelliert, hätte jeder Zuhörer gedacht, hier handele es sich um einen Feindsender.